accordi libero scambio alluminio

Freihandelsabkommen für Aluminium: Ausnahme des Rohstoffs von der Zollliberalisierung

Die Aluminiumindustrie betont, wie wichtig es ist, dass die Europäische Kommission bei den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen (FHA) einen branchenspezifischen Ansatz verfolgt. Das Leichtmetall muss von der Zollliberalisierung mit aluminiumreichen Ländern wie Indien, Indonesien, Malaysia und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ausgenommen werden.

Aluminium ist gemäß dem EU-Gesetz über kritische Rohstoffe und von der NATO aufgrund seiner zentralen Rolle in den Bereichen Umwelttechnologien, Digitalisierung, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung als kritischer und strategischer Rohstoff anerkannt. Die Stärkung der heimischen Produktion, die Steigerung des Recyclings und die Verringerung der Importabhängigkeit sind entscheidend für Europas strategische Autonomie und Resilienz.

Die Risiken von Freihandelsabkommen für Aluminium

Die laufenden Verhandlungen zwischen der EU und Indien, Indonesien, Malaysia und den Vereinigten Arabischen Emiraten geben Anlass zu ernster Besorgnis. Diese Länder bauen ihre Aluminiumproduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette rasant aus, begünstigt durch:

  • Subventionierte fossile Energieträger;
  • Günstiges Kapital;
  • Niedrigere Umwelt-, Arbeits- und Sicherheitsstandards.

Die Primärproduktion in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien ist mindestens dreimal so hoch wie die der EU. Allein Indonesien wird voraussichtlich eine neue Produktionskapazität von 1 Million Tonnen aufbauen, was der gesamten aktuellen EU-Produktion entspricht.

Die Auswirkungen billiger Aluminiumimporte bergen die Gefahr, das Überleben der europäischen Produktion, die durch die Energiekrise der letzten Jahre bereits stark geschwächt ist, dauerhaft zu gefährden.

Bekämpfung von Carbon Leakage und unlauterem Wettbewerb

Aluminium aus diesen Ländern weist eine deutlich höhere CO₂-Bilanz auf, insbesondere in Indien, wo die Kohleverstromung dreimal so hohe Emissionen verursacht wie die europäische Produktion.

Ein erweiterter Marktzugang durch Freihandelsabkommen für Aluminium würde die CO₂-Verlagerung verschärfen und die Klimaziele der Europäischen Union untergraben.

Leider ist das CBAM in seiner jetzigen Form aufgrund von Schlupflöchern und hohem Umgehungspotenzial ungeeignet, diese Risiken zu bewältigen.

Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Malaysia dienten als Transitländer für chinesisches Aluminium, das die EU-Antidumpingzölle umging, wie kürzlich in einem Betrugsfall der Europäischen Staatsanwaltschaft bestätigt wurde.

Die Krise der europäischen Produktion

Aufgrund der Energiekrise ging die europäische Primäraluminiumproduktion zwischen 2022 und 2023 um 50 % zurück. Heute steht der Sektor vor großen Herausforderungen:

  • Hohe Energiekosten;
  • Volatilität der globalen Märkte;
  • Zunehmender Regulierungsdruck.

Eine weitere Marktöffnung für Länder mit unfairen Wettbewerbsvorteilen würde das Überleben der verbleibenden EU-Produzenten gefährden und stünde in offenem Widerspruch zum Clean Industrial Deal und zum Aktionsplan für Stahl und Metalle.

Die Notwendigkeit eines strategischen Protektionismus für europäisches Aluminium

Handelsdiversifizierung ist zwar zu unterstützen, ein einheitlicher Ansatz ist jedoch nicht zielführend. Um einen strategischen Sektor wie die Aluminiumindustrie zu schützen, müssen Handels- und Industriepolitik besser aufeinander abgestimmt werden, wie auch im Draghi-Bericht empfohlen.

Der europäische Aluminiumprotektionismus ist keine ideologische Abschottung von internationalen Märkten, sondern eine notwendige Verteidigung eines Sektors, der für Europas strategische Autonomie, den ökologischen Wandel und die industrielle Sicherheit von entscheidender Bedeutung ist. Der Ausschluss von Aluminium von der Zollliberalisierung in Freihandelsabkommen mit Ländern, die andere Umwelt- und Sozialstandards anwenden, ist eine Entscheidung, die Handelspolitik, Klimaziele und industrielle Resilienz in Einklang bringt.

 

Quelle: A&L Aluminium Alloys Pressure Diecasting Foundry Techniques